Stabile Beiträge, mehr Verlässlichkeit: So setzt das Land den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung um
Für viele Familien im Saarland ist Verlässlichkeit im Alltag entscheidend – finanziell wie organisatorisch.
Daher gilt ab dem 1. August 2026: Eltern haben bundesweit Anspruch auf acht Stunden verlässliche Betreuung pro Tag. Gleichzeitig schreibt der Bund vor, dass entsprechende Angebote höchstens 20 Schließtage im Jahr haben dürfen. Das kann ein Mehr an Kosten für Eltern bedeuten und führt zu einem höheren organisatorischen Aufwand für Träger.
Das Saarland hört zu und reagiert
Die saarländische Landesregierung hat zugehört und einen Entwurf auf den Weg gebracht, der sowohl eine spürbare Entlastung und finanzielle Sicherheit der Eltern, als auch Unterstützung der Träger gewährleistet. Das Wichtigste dabei: die Elternbeiträge für die Betreuung der Freiwilligen Ganztagsschule (FGTS) bleiben auch im Schuljahr 2026/27 stabil!
Ehrlich und planbar: Moderate Anpassung ab 2027
Konkret bedeutet das: Die Zeiten der kurzen und langen Gruppen bleiben bestehen. Für die kurze Gruppe bis 15 Uhr zahlen Eltern im kommenden Schuljahr 2026/2027 auch weiterhin 30 Euro im Monat, für die lange Gruppe bis 17 Uhr bleiben es 60 Euro. Seit 13 Jahren sind die Elternbeiträge in der FGTS unverändert geblieben. Angesichts deutlich gestiegener Kosten bei Personal, Sachmitteln und Qualitätsanforderungen ist das keine Selbstverständlichkeit. Perspektivisch ist jedoch eine geringe Erhöhung unumgänglich.
Die Landesregierung setzt deshalb auf Transparenz: Ab 2027 soll es mit ausreichend Vorlauf eine jährliche, moderate Anpassung der Beiträge geben. Für das Schuljahr 2027/28 ist eine Erhöhung um drei Prozent vorgesehen. Das entspricht 90 Cent pro Monat für die kurze Gruppe und 1,80 Euro für die lange Gruppe. Ziel ist es, die Finanzierung langfristig zu sichern, ohne Familien zu sehr zu belasten.
Weniger Schließtage, mehr Planungssicherheit
Eine weitere Änderungen betrifft die Schließzeiten. Einrichtungen mit Primarstufe dürfen künftig nur noch maximal 20 Schließtage im Jahr haben – sechs Tage weniger als bisher. Für viele berufstätige Eltern bedeutet das: weniger Betreuungsengpässe, weniger Abstimmungsstress und mehr Verlässlichkeit im Familienalltag.
Auch bei der Ferienbetreuung wird für mehr Gerechtigkeit gesorgt. Träger können künftig selbstständig über den Ferienbeitrag der freiwilligen Ganztagsschulen entscheiden. Dabei dürfen maximal 30 Euro pro Woche erhoben werden.
Keine Scheindebatte zwischen Kita und Ganztag
Immer wieder wird versucht, die Beitragsfreiheit in den Kitas gegen mögliche Beitragserhöhungen bei der FGTS auszuspielen. Diese Gegenüberstellung greift jedoch zu kurz. Frühkindliche Bildung und schulische Ganztagsangebote haben unterschiedliche gesetzliche Grundlagen, Zielgruppen und Kostenstrukturen.
Während die Beitragsfreiheit in Kitas bewusst auf Bildungsgerechtigkeit in den ersten Lebensjahren abzielt, brauchen qualitativ hochwertige Ganztagsangebote in der Schule eine verlässliche Finanzierung. Im Bundesvergleich liegen die Elternbeiträge im Saarland weiterhin auf einem niedrigen Niveau – nicht zuletzt, weil das Land klare Rahmenbedingungen vorgibt.
Ein Baustein moderner Familienpolitik
Die Freiwillige Ganztagsschule bleibt damit ein zentraler Bestandteil sozialdemokratischer Familienpolitik im Saarland: Sie steht für Wahlfreiheit, Qualität und Verlässlichkeit. Gemeinsam mit den gebundenen Ganztagsschulen stellt sie sicher, dass der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab 2026 nicht nur auf dem Papier besteht, sondern im Alltag der Familien tatsächlich funktioniert.
Oder anders gesagt: Es geht nicht nur um mehr Plätze – sondern um gute Angebote, die Familien entlasten und Kindern echte Teilhabe ermöglichen!