Grüner Stahl muss aus Europa kommen
Europa steht wirtschaftlich vor großen Herausforderungen. Immer häufiger setzen Staaten ihre wirtschaftliche Macht strategisch ein – mit Subventionen, Dumpingpreisen oder gezielter Industriepolitik. Für Deutschland und besonders für das Saarland als Industriestandort ist deshalb klar: Wir brauchen eine starke europäische Industriepolitik, die unsere Unternehmen und Arbeitsplätze schützt.
Gerade die Stahlindustrie zeigt, wie wichtig das ist. Sie steht mitten in einer historischen Transformation hin zu klimaneutraler Produktion. Milliarden werden in neue Technologien investiert, um Stahl künftig klimafreundlich herzustellen. Für das Saarland ist das eine große Chance – aber nur dann, wenn die Wertschöpfung auch in Europa bleibt.
Die stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende und Landesvorsitzende der Saar-SPD, Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, warnt deshalb vor Fehlentwicklungen auf europäischer Ebene:
„Europa sollte beim Stahl nicht von China und Indien abhängig werden. Grüne Stahlindustrie ist auch eine Frage der Unabhängigkeit Europas. Deshalb ist es nicht hinzunehmen, dass die Europäische Kommission ausgerechnet beim Stahl von ‚buy European‘ abweichen will. Von der Leyen öffnet damit die Schleusen für indischen und chinesischen Stahl und erweist der deutschen Stahlindustrie einen Bärendienst. Es macht keinen Sinn, Milliarden in neue Technologie zu investieren, grüne Leitmärkte zu schaffen und die Wertschöpfung dann Indien und China zu überlassen. Grüner Stahl sollte auch aus Europa kommen – das ist vorderstes deutsches Interesse, da wir hochproduktive Stahlstandorte wie im Saarland haben.“
Für die SPD ist klar: Wer Milliarden in klimaneutrale Industrie investiert, muss auch dafür sorgen, dass diese Investitionen Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Europa sichern. Gerade Regionen wie das Saarland zeigen, wie wichtig eine starke Industriepolitik für Wohlstand, gute Arbeit und die Zukunft unserer Wirtschaft ist.