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Was das Saarland bewegt

Anke Rehlinger: „Ich bin im Team Zuversicht“

Acht Monate vor der Landtagswahl spricht Anke Rehlinger im Sommerinterview mit der Saarbrücker Zeitung über die Zukunft des Saarlandes, den wirtschaftlichen Wandel und die kommenden Aufgaben. Ihre Botschaft: Die Herausforderungen sind groß – aber das Saarland hat allen Grund, mit Zuversicht nach vorne zu schauen.

Anke Rehlinger: "Ich bin im Team Zuversicht"

„Schlechte Laune schafft keine Arbeitsplätze.“ Mit diesem Satz macht Anke Rehlinger im Sommerinterview deutlich, wie sie auf die aktuelle Lage des Saarlandes blickt. Die wirtschaftlichen Herausforderungen seien real: Krieg, hohe Energiepreise, internationale Handelskonflikte und die schwierige Lage der deutschen Industrie treffen ein export- und industriestarkes Land wie das Saarland besonders.

Doch für Rehlinger ist ebenso klar: Das Saarland kann seine Zukunft selbst gestalten.

„Ich bin von meinem Naturell her im ‚Team Zuversicht‘. Es hilft nichts, unser Land schlecht zu reden. Schlechte Laune schafft keine Arbeitsplätze.“

Investieren statt schlechtreden

In den vergangenen vier Jahren sei an vielen Stellen eine Trendwende gelungen. Nach Jahrzehnten zu geringer Investitionen werde heute so viel in die Zukunft des Saarlandes investiert wie nie zuvor.

Mit dem Transformationsfonds und den zusätzlichen Infrastrukturmitteln des Bundes fließen Milliarden in den wirtschaftlichen Wandel und die Modernisierung des Landes. Ein Schwerpunkt liegt auf der Transformation der saarländischen Stahlindustrie. Gleichzeitig macht Rehlinger deutlich: Das Saarland investiert jedes Jahr doppelt so viel in Bildung wie in die Stahlindustrie.

Auch die wirtschaftliche Basis wird breiter. Ansiedlungen wie Vetter, Fricke und Viega stehen für neue Arbeitsplätze und neue Perspektiven. Rehlinger verspricht dabei keine einfachen Lösungen: Strukturwandel lasse sich nicht mit einem Fingerschnippen bewältigen. Ihr Ziel sei vielmehr eine „begründete Zuversicht“ für die Zukunft des Landes.

 

Bildung: Von beitragsfreien Kitas bis A13 für Grundschullehrkräfte

Auch in der Bildungspolitik zieht Rehlinger eine positive Bilanz. Die Kita-Beiträge werden vollständig abgeschafft, neue Kitas und Schulen entstehen, mehr Lehrerinnen und Lehrer wurden eingestellt und mit der Rückkehr zu G9 sei ein Fehler der Vergangenheit korrigiert worden. Hinzu kommt mit „Startklar Deutsch“ das Ziel, dass jedes Kind bei der Einschulung ausreichend Deutsch sprechen kann.

Für die kommende Legislaturperiode hat die Saar-SPD zudem die schrittweise Einführung von A13 für Grundschullehrkräfte beschlossen. Rehlinger bezeichnet die bessere Bezahlung als wichtiges Signal und als Frage der Wertschätzung. Gleichzeitig müsse die Finanzierung verantwortungsvoll organisiert werden.

 

Vom letzten Platz auf Platz sechs bei Digitalisierung

Wo Rehlinger selbst noch mehr Tempo fordert, ist die Digitalisierung. Die Zuständigkeiten wurden stärker zentralisiert und das Saarland hat sich im Bitkom-Länderranking deutlich verbessert: von Platz 16 auf Platz sechs.

Für die Landesvorsitzende der Saar-SPD ist das ein Beispiel dafür, dass politische Ungeduld durchaus hilfreich sein kann. Wenn sie von einer Sache überzeugt sei, lasse sie sich heute weniger schnell von einem „Das geht nicht“ aufhalten. Einer müsse die Richtung vorgeben und dafür sorgen, dass es vorangeht.

 

„Wer kämpft für uns?“

Acht Monate vor der Landtagswahl richtet sich der Blick zunehmend auf 2027. Rehlinger macht deutlich, worüber aus ihrer Sicht entschieden wird:

 

„Wer ist eine von uns, wer kämpft für uns hier im Land, aber auch in Berlin und wer vertritt uns anständig nach außen?“

Dabei setzt sie auf die Bilanz der SPD-geführten Landesregierung. Diese habe in vier Jahren als Team gearbeitet, klare Entscheidungen getroffen und öffentliche Streitigkeiten vermieden. Zugleich wirbt Rehlinger für einen politischen Wettbewerb, in dem unterschiedliche Konzepte miteinander konkurrieren; statt Lautstärke, Empörung und Skandalisierung.

Auch mit Blick auf die AfD setzt Rehlinger auf konkrete Lösungen statt auf das Bewirtschaften von Problemen. Die Saarländerinnen und Saarländer würden genau hinschauen, wer Antworten anbietet und wer lediglich Empörung produziert.

Für ihren eigenen Anspruch an die kommenden Monate findet Rehlinger eine einfache Beschreibung: Sie werde weiterhin mit möglichst vielen Menschen sprechen und sich „zupackend um die Probleme kümmern, die im Saarland abends am Esstisch besprochen werden.“

Und auch ihr Ziel für die Landtagswahl lässt sie nicht offen:

„Ich trete an, um Ministerpräsidentin dieses Landes zu bleiben und bin zuversichtlich, dass uns das gelingen kann.“


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